Schulen entlasten – Verwaltungsassistenzen endlich ausbauen!

„Viele Schulleitungen sind überlastet, Lehrkräfte im Burnout“ – diese Schlagzeilen sind längst keine Ausnahme mehr, sondern spiegeln den Alltag an unseren Schulen wider. Der Grund ist offensichtlich: Lehrkräfte und Schulleitungen verbringen immer mehr Zeit mit Verwaltungsaufgaben, IT-Problemen, Abrechnungen und organisatorischen Pflichten, statt sich auf guten Unterricht und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu konzentrieren.

Besonders dramatisch ist die Situation an den Grundschulen. Dort bleiben Schulleitungsstellen häufig unbesetzt, weil die Doppelbelastung aus Unterricht und Leitung kaum noch zu bewältigen ist. Der Landesrechnungshof hat die Folgen klar benannt: Rechnerisch könnten allein an den Grundschulen 2.170 zusätzliche Lehrkräfte eingesetzt werden, wenn Lehrkräfte von außerschulischen Aufgaben entlastet würden. Rund 67,5 Vollzeitstellen gehen derzeit durch die Wartung und Pflege der IT verloren, weitere 57 Vollzeitstellen durch die händische Abrechnung von Reisekosten und 286 Lehrkräfte sind mit der Verwaltung von Schulgirokonten beschäftigt. Diese Zeit fehlt im Klassenzimmer. Gleichzeitig zeigt sich die Überlastung auch in der hohen Teilzeitquote: Mehr als jede zweite Grundschullehrkraft arbeitet inzwischen in Teilzeit.

Das Modellprojekt zur Verwaltungsassistenz an 21 niedersächsischen Schulen hat gezeigt, wie wirksam Entlastung sein kann. Verwaltungsassistenzen übernehmen organisatorische, administrative und IT-bezogene Aufgaben und schaffen damit Freiräume für Schulleitungen und Lehrkräfte. Doch statt die positiven Erfahrungen konsequent zu nutzen, setzt die Landesregierung erneut auf weitere Modellprojekte und verliert damit wertvolle Zeit. Schulen brauchen keine immer neuen Erprobungen, sondern verlässliche Strukturen und dauerhaftes Personal.

Wir als CDU-Fraktion fordern deshalb, das Modellprojekt zur Verwaltungsassistenz endlich zu verstetigen und flächendeckend auszurollen. Ab dem Schuljahr 2027/2028 sollen alle Schulen die Möglichkeit haben, Verwaltungsassistenzen dauerhaft einzustellen, und zwar rechtlich abgesichert und finanziell solide hinterlegt. Dazu gehört ein landesweiter Aufgabenkatalog, der den Schulen klare Orientierung gibt und zugleich genügend Spielraum lässt, um die Aufgaben an die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort anzupassen. Gerade im ländlichen Raum muss es außerdem möglich sein, Verwaltungsassistenzstellen schulübergreifend zu organisieren, um dem Fachkräftemangel pragmatisch zu begegnen.

Ein zentraler Punkt ist dabei auch die IT-Administration. Digitalisierung funktioniert nur, wenn es vor Ort Menschen gibt, die Technik warten, betreuen und weiterentwickeln. Verwaltungsassistenzen brauchen deshalb verpflichtende Fortbildungen im IT-Bereich. So können sie Verwaltung und IT sinnvoll miteinander verbinden und Lehrkräfte spürbar entlasten. 

Unser Ziel ist klar: Lehrkräfte sollen wieder das tun können, wofür sie ausgebildet wurden  unterrichten. Schulleitungen brauchen Entlastung, um ihre Schulen zu führen, statt im Verwaltungsalltag unterzugehen. Wer die Unterrichtsversorgung verbessern will, muss genau hier ansetzen.