Die medizinische Versorgung unserer Kinder gerät in Niedersachsen immer stärker unter Druck. Eltern suchen oft schon vor der Geburt verzweifelt nach einer Kinderarztpraxis. Viele nehmen lange Fahrzeiten in Kauf, weil vor Ort keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Überfüllte Wartezimmer, Aufnahmestopps und lange Wartezeiten gehören inzwischen vielerorts zum Alltag.
Es ist Zeit, endlich ins Handeln zu kommen! Seit Jahren sind die Probleme bekannt. Passiert ist jedoch viel zu wenig. Dabei geht es um die gesundheitliche Versorgung der Kleinsten und um die Frage, wie Kinder in Niedersachsen aufwachsen sollen.
Die Realität in vielen Regionen zeigt ein deutliches Problem: Zwar ist die Zahl der niedergelassenen Kinderärzte leicht gestiegen, gleichzeitig haben aber die Behandlungsfälle massiv zugenommen. Mehr Vorsorgeuntersuchungen, zusätzliche Impfungen und steigende psychische Erkrankungen bei Kindern sorgen für eine enorme Belastung in den Praxen. Genau diese Entwicklung bildet die aktuelle Bedarfsplanung jedoch nicht ausreichend ab. Auf dem Papier gelten viele Regionen als gut versorgt. In der Praxis sieht die Situation oft völlig anders aus. Die Folgen sind gravierend. Wenn Vorsorgeuntersuchungen ausfallen, Diagnosen zu spät gestellt oder Therapien verzögert begonnen werden, kann das langfristige gesundheitliche Schäden verursachen. Gleichzeitig geraten Notaufnahmen zunehmend unter Druck, weil Eltern aus Mangel an Alternativen dort Hilfe suchen.
Für mich ist deshalb klar: Niedersachsen braucht endlich eine realistische und bedarfsgerechte Planung der Kinderarztversorgung. Dazu gehört vor allem, dass deutlich mehr Kinderarztsitze ausgewiesen werden, damit die tatsächliche Versorgungslage vor Ort endlich berücksichtigt wird. Ein zentraler Bestandteil unseres Antrags ist eine regional ausgerichtete Kinderarztquote. Ziel ist es, mehr jungen Menschen das Medizinstudium zu ermöglichen und sie gleichzeitig gezielt für unterversorgte Regionen zu gewinnen. Aus jedem Landkreis soll mindestens eine Studentin oder ein Student über diese Quote zugelassen werden und sich verpflichten, später als Kinderärztin oder Kinderarzt in einer unterversorgten Region tätig zu werden. Ergänzend fordern wir ein Niedersachsen-Programm mit 50 Medizinstudienplätzen im Ausland, verbunden mit der Verpflichtung, anschließend für zehn Jahre in Niedersachsen zu arbeiten.
Darüber hinaus sollen gezielte Anreize geschaffen werden, um Niederlassungen im ländlichen Raum attraktiver zu machen. Viele junge Ärztinnen und Ärzte schrecken vor den hohen Investitionskosten und der Bürokratie einer eigenen Praxis zurück. Deshalb fordern wir höhere Niederlassungsprämien und Investitionskostenzuschüsse speziell für die Pädiatrie. Gleichzeitig sollen Medizinische Versorgungszentren mit kinderärztlichem Schwerpunkt gezielt ausgebaut werden, um moderne Arbeitsmodelle und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Auch die Ausbildung müsse stärker auf die Kinder- und Jugendmedizin ausgerichtet werden. Dafür braucht es zusätzliche Weiterbildungsstellen, vor allem in ländlichen Regionen, sowie eine stärkere Verankerung der Pädiatrie im Praktischen Jahr des Medizinstudiums. Kooperationen zwischen Universitäten und Kinderarztpraxen sollen gezielt ausgebaut werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Digitalisierung und Entbürokratisierung. Telemedizinische Angebote müssen besonders im ländlichen Raum ausgebaut werden, um Praxen zu entlasten und Wege für Familien zu verkürzen. Gleichzeitig braucht es weniger Bürokratie und einfachere digitale Abläufe, damit sich Ärztinnen und Ärzte wieder stärker auf die Versorgung der Kinder konzentrieren können.
Für die CDU-Fraktion steht fest: Die Probleme sind seit Jahren bekannt. Jetzt muss schnell gehandelt werden.