Pflegende An- und Zugehörige entlasten und verlässlich unterstützen
Pflegende An- und Zugehörige sind das Rückgrat unserer pflegerischen Versorgung. In Niedersachsen werden 85 Prozent der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld versorgt. Gleichzeitig steigt die Zahl pflegebedürftiger Menschen weiter an. Bis 2040 werden in Niedersachsen voraussichtlich rund 663.000 Menschen pflegebedürftig sein. Ohne Angehörige, die Tag für Tag Verantwortung übernehmen, würde unser Pflegesystem an vielen Stellen nicht funktionieren.
Diese Verantwortung darf aber nicht in dauerhafter Überlastung enden. Viele Angehörige stemmen Pflege zusätzlich zu Beruf, Familie und Haushalt. Gerade bei höheren Pflegegraden erreicht der zeitliche Aufwand schnell mehr als 40 Stunden in der Woche. Rund ein Drittel der ursprünglich Erwerbstätigen reduziert deshalb die Arbeitszeit oder gibt den Beruf ganz auf. Das belastet nicht nur die Gesundheit und das soziale Leben, sondern häufig auch die finanzielle Situation der Betroffenen.
Wir als CDU Fraktion wollen deshalb verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die Pflege im Alltag wirklich leistbar machen. Dazu gehört eine Landesstrategie für pflegende An- und Zugehörige. Wir wollen Caring Communities und lokale Pflegenetzwerke ausbauen, Community Health Nurses stärker einsetzen und Selbsthilfegruppen langfristig absichern. Gerade im ländlichen Raum brauchen Betroffene erreichbare Angebote, Austausch und konkrete Unterstützung vor Ort. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Unternehmen sollen stärker dabei unterstützt werden, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, mobiles Arbeiten und kurzfristige Freistellungen zu ermöglichen. Betriebliche Pflegelotsen können Beschäftigte zusätzlich beraten und dabei helfen, vorhandene Unterstützungsangebote überhaupt erst bekannt zu machen.
Zugleich müssen passgenaue Angebote für besonders belastete Gruppen entstehen. Dazu zählen junge Pflegende, Familien mit pflegebedürftigen Kindern und Angehörige von Menschen mit Demenz. Auch die Förderung von Selbsthilfeorganisationen muss verlässlich bleiben, damit ihre Arbeit dauerhaft gesichert ist. Pflegende An und Zugehörige verdienen mehr als Dank und Anerkennung. Wer Verantwortung für einen nahestehenden Menschen übernimmt, darf damit nicht allein gelassen werden. Genau dafür wollen wir die notwendigen Strukturen schaffen.